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Dienstag, 10. Januar 2017

Nähstuhl Teil02


Seit dem letzten Bericht zu meinem Nähstuhl-Projekt hat sich einiges getan. Optisch hat sich der Stuhl, oder besser gesagt die Einzelteile des Stuhls, erneut drastisch verändert.

So hat der zum letzten Zwischenstand ausgesehen:







Zum damaligen Zeitpunkt war noch nicht sicher wie es mit dem Stuhl weiter gehen sollte. Jetzt ist das Holz erst einmal in einem dunklen Nussbaum-Ton mittels wasserlöslicher Beize gefärbt worden.

Die Entscheidung hierzu fiel im Baumarkt, nach ca. 30 Minuten in denen gleich zwei Baumarktmitarbeiter und ein anderer Kunde mit mir über Vor- und Nachteile von beizen, lasieren und Lackieren diskutiert hatten. Männer sind im Baumarkt immer so hilfsbereit und unheimlich fachkundig. ;)

Vielleicht liegt es daran, dass ich häufiger als andere nach Pfostenschuhen, PU-Schaum, Fliesenkleber, Bit-Set für den Akku-Schrauber oder auch mal nach einer Abisolierzange suche (zwar meist nicht aus eigenem Antrieb, sondern weil der Mann im Haus werkeln will und selbst den Baumarktbesuch hasst scheut), es findet sich immer jemand der Helfen will, ganz besonders dann wenn man eigentlich keine Hilfe braucht. Denn ab und zu weiß ich eben doch was ich da suche, wofür es verwendet und wie es eingesetzt wird, trotzdem vielen Dank meine Herren. Die Gute Nachricht an alle Damen lautet, es gibt sie noch die Gentleman, sie verstecken sich im Baumarkt. Machen dort aber unglücklicher Weise einen Bogen um die Gartenabteilung, wo frau dann doch alleine vier Zentner Buntkies in 25kg-Säcken auf den Einkaufswagen wuchten muss.



Zurück zur Sache, erst galt es die Beize mit Wasser anzugießen und dann auf einem Probestück verschiedene Methoden zum Auftrag zu testen.






Die Probe hatte ich erst trocknen lassen und dann auch noch mit Klarlack versiegelt, um ein möglichst genaues Enderergebniss abschätzen zu können. Letztlich habe ich aber beide getesteten Methoden, Pinsel- und Rollenauftrag, verworfen und die Beize mit einem getränkten, fusselfreien Baumwolltuch aufgebracht und den Überschuss mit einem Haushaltsschwamm abgenommen habe. Ging schneller und sah besser aus:



 
Nach dem ersten Auftrag konnte man schon einen enormen Unterschied erkennen, aber weil vor dem Lackieren ein nochmaliges Anschleifen notwendig war, mussten nach einem Tag Wartezeit alle Teile noch einmal gebeizt werden, damit die Farbe an allen Stellen tiief genug ins Holz dringen konnte.


Hier Bilder zum Vergleich, nach dem ersten Beizen:


Nach dem zweiten Beizen und einem Anschliff:

Der Stuhl ist deutlich dunkler als zuvor, aber mir gefällt die Farbe so ganz gut.

Jetzt fehlte also noch der Klarlack und die Entscheidung der Frage: Erst den Stuhl zusammensetzen, dann lackieren oder doch besser anders herum?

Im Augenblick tendiere ich dazu erst die einzelnen Elemente zu lackieren, so komme ich einfacher auch an die schwierigen Ecken, dann darf aber mit dem Holzleim beim Zusammensetzen nichts daneben gehen und das ist nicht gerade meine Stärke. Aber ich bin motiviert mich meiner Kleber und Leim-Phobie zu stellen. Traumatische Kindheitserlebnisse mit Decoupage-Kleber im Haar und nicht minder verstörende Erfahrung beim Tapezieren sollen mich nicht stoppen.





Wie ich mich dabei so schlage und was unweigerlich alles schief geht, könnt ihr dann im nächsten Teil zum Nähstuhl-Projekt lesen.

Verlinkt wird der Post wie immer bei Creadienstag.



Bis Bald

Gruß

Sophie

Kommentare:

  1. Das sieht vielversprechend aus. Dein Uropa (?) würde sich sicher freuen, dass dieser alte Stuhl so liebevoll restauriert wird.
    Gruss me3ko

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  2. Liebe Sophie,
    mit Spannung habe ich schon auf deinen Bericht gewartet. Wie mag der Stuhl wohl jetzt wirken, wenn er wieder zusammen gesetzt ist? Super interessant hier ;-))).
    Viele liebe Grüße
    Ursula

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  3. Liebe Sophie,
    ich würde den Stuhl erst zusammensetzen und dann noch mal mit Klarlack drübergehen. Hab es auch einmal falsch rum gemacht, also erst lackiert und dann zusammengesetzt...und da immer etwas von dem Lack in die Ritzen und Löcher läuft, gestaltet sich das Zusammenbauen schwieriger. Bei ersterer Methode wirkt der Lack gleichzeitig wie ein verstärkter Kleber.
    Jaja, aus Schaden wir man bekanntlich klug, lach!! :)) Viel Erfolg mit deinem wunderbaren Erbstück wünscht dir

    Jeanne

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