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Sonntag, 12. Juni 2016

Let's Rock - Sommer-Rock-Sew-Along Teil 2

Heute geht es beim SewAlong für mich um das erst erreichte Etappenziel. Ich kann euch gar nicht sagen wie froh ich bin, noch im Zeitplan zu liegen. Auch wenn das bedeutet hat gestern Abend noch eine Spätschicht einzulegen. 



Letzte Woche hatte ich euch die beiden Stoffe vorgestellt, die nach erster Durchsicht meines Vorrats zur Wahl standen. Zunächst möchte ich erst mal nur einen Rock als persönliches Ziel für den SewAlong ausgeben. Nur wenn die Näh-Götter mir wohlgesonnen sind, gebe ich mich auch noch an einen zweiten Rock. Folglich habe ich mich zunächst für den weißen Baumwollstoff mit den Schiffchen entschieden, den ich mit einem selbst erstellten Schnittmuster zu einem 2/3TellerRock, einen größeren Teller kann ich aus meiner begrenzten Stoffmenge nicht schneiden, vernähen möchte.



Dank eines wundervoll hilfreichen Post zum Thema Tellerröcke von Marie (Blog: vonmri) war das errechnen der richtigen Maße und das konstruieren des Schnitts ein Leichtes.





Dumm nur, dass ich mir in den Kopf gesetzt habe eine falsche Knopfleiste mit Paspel-Bogenkannte in den Rock zu nähen, die gleichzeitig den Reißverschluss verdecken soll. Warum dumm? Weil ich noch nie Paspelband vernäht habe und schon gar nicht als Akzent einer Bogenkante, dumm weil ich damit weit aus meiner Komfortzone herau muss.

Nachdem ich mir die Formeln zur Berechnung von Kreissegmenten gesucht und meine Rockkante entsprechend der Ergebnisse in Abschnitte geteilt und schließlich die Bögen gezeichnet hatte, galt es raus zu finden wie ich die Sache mit dem Verschluss löse.


Schlechtes Licht = schlechtes Foto,   sorry! 

Die Lösung hat mich einiges an Zeit gekostet und das obwohl ich in meinen schlauen Nähbüchern nachgeschlagen habe. In meinem Kopf hat einfach nichts Sinn ergeben, bis mir aufging das ich eine simple Version von Hosenreißverschluss mit Untertritt nähen muss damit es funktioniert. Jedenfalls hoffe ich, dass das die Lösung ist.



Da in meiner bescheidenen Knopfsammlung leider keine passenden Knöpfe zu finden waren und ich ja sowieso Paspelband kaufen wollte, bin ich am Folgetag zum ortsansässigen Soffhändler. Der kein passendes Paspelband auf Lager hatte, nur Kompromiss-Knöpfe bot und bei dem ich mal wieder von einer genervten Verkäuferin bedient wurde.



Verlassen hab ich den Laden mit rotem Stoff, Knöpfen und schlechter Laune.

Immer wieder lese ich auf anderen Blogs über bezaubernde Einzelhändler, die kompetent und hilfsbereit beraten, ihre Stammkunden mit Namen kennen und bei denen man auch schon mal mit einen Nähunfall zur gemeinsamen Lösungsfindung vorbeischauen kann.

Leute wenn ihr so einen Laden kennt, dann denkt immer daran wie glücklich ihr euch schätzen könnt und genießt eure Einkäufe noch ein bisschen mehr, stellvertretend für all diejenigen, denen Gleiches nicht vergönnt ist.



Jetzt aber zurück zur Sache. Zuhause angekommen bin ich auf die Suche nach roter Schnur oder Kordel gegangen, blieb aber erfolglos. Nach kurzem Telefonat mit meiner Mutter kam ich zwar in Besitz einer passenden Kordel, erhielt aber auch eine weitere Hose mit dem Auftrag zum Kürzen. („Das geht doch bis Übermorgen, oder Mäuschen?“)




Vor ewigen Zeiten hab ich mal ein Video gesehen, in dem das Nähen von Paspelband erklärt wurde. Nur gut, dass ich Übung beim Schrägbandschneiden habe, da der Rest des Abends damit ausgefüllt war die verflixte Kordel und das Schrägband zusammen zu bringen. Das Ergebnis kann sich für einen ersten Versuch glaube ich sehen lassen, hoffe es lässt sich auch gut verarbeiten.




Stoff und Futter sind bereits zugeschnitten und teilweise auch schon zusammen genäht. Für den Bund des Rocks muss ich die Reststücke vom Schiffchenstoff zusammenfügen, das erledige ich aber erst, wenn der Rockteil vollständig zusammengesetzt ist.





So genug getippt, jetzt geh ich mir mal anschauen was die anderen Teilnehmer des SewAlong alles genäht haben und gucke mal bei Sybilles Workshop rein.



Gruß

Sophie


Montag, 6. Juni 2016

Let's Rock - Der Sommer-Rock-Sew-Along

Ich bin dabei. Nachdem ich jetzt zwei Tage den Post zum SewAlong auf der MeMadeMittwoch Seite angestarrt und hin und her überlegt habe, bin ich jetzt also doch mit dabei.
Es hat eben nur ein bisschen länger gedauert meinen Mut zusammen zu nehmen und mich der Herausforderung eines SewAlong zu stellen. So etwas habe ich zwar in der Vergangenheit oft  mitverfolgt, aber eben nie mitgemacht.
Da eine meiner Neujahrsresolutionen lautet, mutiger und aktiver zu sein, was das Nähen und auch das Bloggen anbelangt, ist dies hier die richtige Gelegenheit mich und meine guten Vorsätze auf die Probe zu stellen. Zudem hoffe ich dadurch die kleine Nähblockade der letzten Wochen zu besiegen, meine Sommergarderobe sinnvoll zu ergänzen – ohnehin dringend erforderlich -, den Stoffvorrat abzubauen und ganz viel Neues zu lernen.
Es gibt also einen ganzen Haufen guter Gründe mit zu machen. Auch wenn meine To-Do-Liste in diesem Monat schon ohne den zusätzlichen Stress eines SewAlong aus allen Nähten platzt (ungeplantes Wortspiel). Denn der Stapel Hosen zum Umnähen und eine Sommertasche, die noch in Einzelteilen im Nähzimmer verteil liegt, müssen ebenfalls diesen Monat fertiggestellt werden.
Und schon kann ich sie wieder leise hören, die hartnäckige Stimmer der Versagensangst, die Verantwortlich ist für mein langes Zögern. Also schnell ignorieren und zurück zum Thema:


Sommer-Rock-Sew-Along Terminplan:
5.6. Inspiration, Schnitte und Materialien
12.6. Es geht auch ganz einfach: Sybilles Ein Tag ein Rock-Workshop
19.6. Details, Details, Details - Rockbund, Taschen und Säume
26.6. Finale: Der Sommer und die Sommerferien können kommen!

Diese Woche geht es also erst einmal darum ein Konzept für das Nähprojekt zu entwickeln und sich mit der Frage zu beschäftigen: Was für einen Rock will ich nähen?
Dazu haben Meike und Lucy in ihrem ersten Post schon Fragen formuliert und Überlegungen angestellt, die mir geholfen haben mich dem „richtigen Rock“ zu nähern.
Meike stellt kluge Fragen nach Vorgaben durch Funktionsansprüchen, Materialien, sowie Einsatz- und Kombinationsmöglichkeiten und Lucy beleuchtet die Kunst Stoffe und Schnitte für aufeinander abzustimmen, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.

Für mich war schnell klar, ich verarbeite einen Stoff aus meinem Vorrat, da liegen ein paar Schätze/ Problemkinder die schon ziemlich lange auf ihren Einsatz warten. Nachdem die Nähkiste(n) durchsucht waren bin ich schließlich bei zwei Stoffen hängen geblieben. Und weil ich für keinen von beiden schon den passenden Schnitt gefunden habe stelle ich euch erst einmal beide Optionen vor.

Stoff Nummer Eins ist ein einfacher weißer Baumwollstoff mit etwas Stand, mit kleinem aufgedruckten Muster aus roten Segelbooten.



Ich habe nur etwas mehr als einen Meter in 140cm Breite, das reicht also nur für einen kurzen Rock. Aktuell favorisiere ich die Idee einen ½ oder ¾ Kreis Rockschnitt zu verwenden, mit Bund und eventuell einer (falschen) Knopfleiste. Vielleicht auch eine rote Paspel für eine Bodgenkante oder rot gestepten Festonbogen, wie auf diesem Kleid von Jitterbug, gefunden auf ModCloth

Bildquelle: ModCloth

Da der Stoff leicht durchscheinend ist, muss ich nachsehen ob noch Futterstoff im Vorrat ist und welche anderen Nähmaterialien gegebenenfalls zu besorgen sind.

Der zweite Stoff, denn ich ganz unten aus der Stoffkiste gefischt habe, ist einer meiner Problemstoffe. Manchmal auch liebevoll Abenteuerstoff genannt, weil man beim Nähen nie sicher sein kann was dabei geschieht und was am Ende herauskommt.


Ich hab ihn vor ewigen Zeiten aus einer Restekiste gezogen und ohne genauer hinzusehen gekauft. Zu Hause habe ich dann festgestellt wie verschnitten der Stoff (gute 30!!!cm von einer Webkante zur anderen) ist und das der Fehldruck unregelmäßig deutlich hervorsticht. Trotdem finde ich den Stoff immer noch schön und da er 160 cm Breit ist und ich etwa 180cm Länge habe kann ich hoffentlich um die schlimmsten Stellen herum arbeiten.
Der Stoff ist ein Mischgewebe aus Natur- und Kunstfaser, durchscheinend und fließend. Ich kann ihn mir gut als Maxi-Wickelrock für den Strand vorstellen oder knielang und weit ausgestellt, damit der  schön schwingt.



Diese Beiden sind also im Rennen für meinen Sommerrock, bis zum kommenden Sonntag hab ich dann hoffentlich einen festen Plan und alle Materialien zusammen, damit ich mit dem Nähen beginnen kann.

Jetzt schaue ich aber erst einmal was all die anderen Teilnehmerinnen (und Teilnehmer, vielleicht wird ja auch ein Kilt genäht?) so geplant haben.
Bis zum nächsten Sonntag!
Gruß
Sophie

Donnerstag, 2. Juni 2016

Wristlet

Nachdem ich in den vergangenen Tagen vollkommen uninspiriert vor meiner Nähmaschine gehockt hatte, musste sich endlich etwas ändern. Wann immer ich mich einer Näh-Blockade gegenüber sehe, durchforste ich meine Kreativ-Ideen-Ordner, digitale und irl (= in real life; wie mir meine Nichte mit der Weisheit und Autorität einer Pubertierenden neulich erklärt hat). Und der Gedanke an meine Nichte, war schließlich Ausschlag gebend für das Nähen eines Phone Wristlet, also einer kleinen Tasche fürs Mobiltelefon, die man um das Handgelenk trägt.


Orientiert hab ich mich in großem Umfang an einer englischsprachigen Anleitung mit Schnittmuster von onlinefabricstore.net. Wie genau ich zu dieser Anleitung gefunden habe kann ich beim besten Willen nicht mehr rekonstruieren, aber online findet man mit wenig Suchaufwand mehr als genug solcher und ähnlicher Täschchen zum Selbermachen.


Meine Version unterscheidet sich von der Vorlage hauptsächlich dadurch, dass ich einen Schlüsselring verarbeitet habe, an dem man schnell einen Schlüsselbund befestigen kann, sowie dem Verschließen der Taschenfächer durch eine verdeckte Handnaht.


Nachdem ich die Tasche fertig vor mir liegen habe würde ich sie so nicht noch einmal nähen, da sie im Aufbau zu simpel gehalten ist und mein Mobiltelefon zu locker in der Tasche hin und her rutscht. Allerdings bin ich sowieso eine der Frauen die nur mit Handtasche aus dem Haus gehen. Eine Handtasche die nur das absolut Notwendige beinhaltet, eben alles was man so zum Überleben im urbanen Dschungel so braucht und an manchen Tagen so eben auf ein Gesamtgewicht von 3-4 kg kommt – wie gesagt, nur das Notwendigste.
Aber die Mini-Tasche ist ja auch nicht für mich bestimmt, sondern auf die Bedürfnisse meiner Nichte zugeschnitten. Die sich nun mal auf ein Handy, Haustürschlüssel und Ticket für den ÖPNV beschränken.


Ich bin gespannt ob die Mini-Tasche gefällt, zum Einsatz kommt und falls ja, ob sie sich bewähren kann.

Als Fazit zum Nähen selbst kann ich nur verzeichnen, dass ich endlich wieder etwas produziert habe auch wenn es sich nur um ein Mini-Projekt handelt. Es bleibt die Hoffnung auf größere und interessantere Dinge in hoffentlich nicht all zu ferner Zukunft.

Dienstag, 31. Mai 2016

Neuer Bezug fürs Reise-Kuschel-Kissen

Es gibt ja jede Menge tolle und beliebte Reisekissen zum selber machen oder auch einfach zu kaufen. Nackenrollen, Körnerkissen, Leseknochen oder Knuddeltiere für Kinder. So vielfältig wie persönlich sind die Möglichkeiten.
Und mein Reisekissen ist da keine Ausnahme, auch wenn mein einfaches kleines Federkissen visuell nicht besonders beeindruckend ist. Die selbstgemachten Kissenbezüge, sind in meinem Fall das Besondere.


Ich verarbeite immer Stoffe zu denen ich eine besondere Beziehung habe, mit denen ich Geschichten und Erinnerungen verknüpfe und deren herausragende Eigenschaft ein besonders großer Kuschelfaktor ist. Oft sind es auch „gebrauchte“ Textilien die ich mit wichtigen Personen in Verbindung bringe.
Beispielsweise habe ich schon Kissenbezüge aus dem MTV-Shirt meines Freundes genäht. (Kann sich noch jemand an diese boxigen T-Shirts erinnern, die man durch einen Anruf bei MTV gewinnen konnte? Kakifarben und mir großem Logo auf dem Rücken?)
Ein anderes Mal habe ich ein großes Stofftier, geschossen auf dem Volksfest, zu einem Kissen umfunktioniert, inklusive Füllmaterial.
Eine sich auflösende Strickjacke, ein ausgefranstes Badetuch und eine geerbte Babydecke haben ein zweites Dasein als Kuschelkissen bekommen.


Im aktuellen Fall habe ich Flanellstoff verarbeitet, der ursprünglich von den ausgemusterten Hemden meines Vaters stammt. Diese hatte ich lange, lange Zeit in meiner Kleiderkiste liegen und konnte mich einfach nicht davon trennen. (Um ganz ehrlich zu sein, ich hab immer noch zwei unangetastete Exemplare.) Da die einzelnen Stoffstücke nicht groß genug waren, um einen einfachen Kissenbezug daraus zu nähen hab ich mich zu einem Quilt aus drei unterschiedlichen Hemdstoffen entschieden. Weil ich von Patchwork nicht so viel Ahnung habe, habe ich zunächst (und wie ich inzwischen weiß unnötiger weise) einen Haufen Quadrate zugeschnitten. Diese dann zu Reihen und die Reihen schließlich aneinander genäht.
Den Flanellflickenteppich habe ich mit doppellagigem Frottee-Stoff aus Baumwolle unterfüttert und mehr oder weniger parallel zu den Nahtlinien abgesteppt. Bei so vielen Streifen im Stoff und durch das Zusammenstückeln fällt nur bei genauer Betrachtung auf, wie unsauber ich die Stoffstreifen zusammengefügt habe. Quilten und Patchworken bleibt für mich zunächst eine unerreichbare Kunstfertigkeit des Nähens.


Das Kissen hat einen Hotelverschluss, was einfach bedeutet, dass sich die Stoffteile auf der Rückseite großzügig überlappen. So spart man sich nicht nur einen teuren und zeitaufwendigen Verschluss, das Kissen lässt sich so auch problemlos beidseitig kuscheln und knautschen, ohne das Reißverschluss oder Knöpfe im Weg sind oder an den Haaren ziepen.


Wo ich gerade beim Thema Knöpfe bin, die Hemdknöpfe habe ich meiner Sammlung zugefügt, in der vagen Überzeugung sie irgendwann einmal für ein anderes Nähprojekt zu gebrauchen.


Was passiert mit den alten Kissenbezügen?
Wie man merkt kann ich mich nur schwer von jeder Art verwendbaren Stoff und Nähzubehör trennen, aber tatsächlich kommen die alten Bezüge einfach weg. Materialermüdung ist einer der primären Gründe, denn die Stoffe haben ja oft schon ein erstes Leben als beanspruchtes Textil geführt. Und ein zerrissener Bezug wird nicht noch mal repariert, schließlich warten andere Textilschätze schon auf ihren Einsatz.
Meinen aller ersten Kissenbezug allerdings ereilte ein feuriges Schicksal zusammen mit anderen Erinnerungsstücken an eine gescheiterte Beziehung – bye,bye hässliches MTV-Shirt.
(Für alle die es pubertär und melodramatisch mögen, an dieser Stelle noch ein Tipp: Verantwortungsvoller Umgang mit Brennspiritus ist unumgänglich, wenn man im Kreise der besten und betrunkenen Freundinnen versucht Andenken an Exfreunde zu vernichten. Sicherheit geht vor, euren Augenbrauen zu liebe.)

So nun aber genug von mir und meinem Kissenbezug, zurück zum Creadienstag.

Bis bald! Gruß Sophie

Dienstag, 17. Mai 2016

Kinderkleider Duo

Da hätte ich dieses Wochenende so schön Zeit gehabt, all die Näh-Projekte in Angriff zu nehmen, die schon seit Wochen (in manchen Fällen noch länger) auf dem Arbeitstisch liegen, aber mir fehlte die Motivation. Kennt das sonst noch jemand? Man hat geplant und eingekauft und auch mal ausreichend Zeit, um sich einem lang ersehnten Projekt zu widmen, nur um fest zu stellen, dass man im Augenblick gar nicht daran arbeiten möchte. Mir passiert das gelegentlich, so wie an diesem Wochenende. Leider hat es auch keinen Sinn, wenn ich mich dazu überrede doch an dem Projekt zu arbeiten, weil das Meistens damit endet, dass ich schludrige Arbeiten wieder auftrennen muss, den Stoff versehentlich falsch zugeschnitten habe oder ich mehr Zeit mit dem säubern der Nähmaschine und der Um-Organisierung meines Nähkästchens vertrödele.

Was tun? Denn Irgendwas nähen wollte ich ja doch. Vielleicht was Kleines, das schnell und einfach genäht ist und mich in die richtige Stimmung bringt, um doch noch an etwas geplantem zu nähen?
Also hab ich meine Schnittmustersammlung nach einfachen Projekten durchsucht, meine Stoffkiste durchstöbert und mich dafür entschieden ein Kinderkleid zu nähen.
Und mein Plan zur Selbstüberlistung ist teilweise sogar aufgegangen, die Lust am Nähen kam zurück, nur nicht am Nähen meiner Projektliste. Stattdessen habe ich jetzt zwei Kinderkleider, für die ich eigentlich keine Verwendung habe. Nun ja, wenigstens war es doch noch ein produktives Wochenende.
Nun aber zu den Kleidchen ein Paar Bilder und Informationen:


Beim ersten Kleid handelt es sich um ein Kindermodell aus der Burda style vom April 2011, für mich hat es aber einen Sixties Vibe und durch den verwendeten Baumwollstoff auch ein bisschen was von Trachtenmode. In meiner Vorstellung sehe ich es an einem kleinen Mädchen mit Flechtfrisur, weißer Baumwollstrumpfhose und passenden Lackschuhen.


Versäubert habe ich den Halsausschnitt mit einer Blende, Armausschnitt und Saum sind mit weißem Schrägband eingefasst, weil ich nicht mehr genug Stoff übrig hatte. Unüberlegt habe ich zu weißem Schrägband gegriffen, keine so gute Idee, musste ich dann beim Umnähen feststellen, nun kann man innen den blauen Blindstichfaden sehen, was ziemlich hässlich aussieht. Da hätte ich mir dann eigentlich auch die Arbeit mit den französischen Seitennähten sparen können.
Der Blümchenstoff ist bedruckte Baumwolle, die auch nach mehrmaliger Wäsche immer noch Farbe blutet.


Die Knopfleiste im Rücken des Kleides ist zwar voll Funktionsfähig, aber nicht gerade ansehnlich geworden. Die Knöpfe sind süß und bilde einen schönen Kontrast zum kräftigen Blau, aber die Knopflöcher darf man sich nur von Weitem ansehen. (Ich bin jedoch entschlossen nicht auf zu geben, irgendwann werde ich auch mal ein schönes Knopfloch nähen, irgendwann.)


Kleid Nummer 2 ist auch ein Baumwollkleid, das sich gerade so noch aus einem Reststück Stoff nähen lies, inklusive Schrägstreifen für Ärmelausschnitte und angeschnittener Blende für den Halsausschnitt. Der Saum des Rockteils ist nur um-kettelt, gewendet und schmal kantig abgesteppt.



Das Oberteil hat auf Vorder- und Rückseite Prinzessnähte und die Träger sind so angenäht, dass man sie bei Bedarf einfach verlängern kann, indem man die großzügige Nahtzugabe etwas auslässt. Einen Verschluss hab ich mir bei dieser Variante gespart, da man das Kleidchen auch problemlos über den Kopf anziehen kann.


Auch bei diesem Kleid hab ich einen Schnitt aus der Burda verwendet, genauer aus dem Burda Nähjournal vom Mai 2005. Den passenden Unterrock habe ich nicht genäht, da das Kleidchen dank der großen Rockfalten wohl auch so ganz schön schwingt. Beim Entchen-Motiv hab ich nur darauf geachtet, dass die Entenfamilie bei Vorder- und Rückenteil zentriert ist, beim Faltenrock war dann aber keine Mustersymmetrie mehr zu erzielen.


Im Ganzen bin ich recht zufrieden mit den Kleidchen, auch wenn ich sie jetzt erst mal ganz hinten im Schrank unterbringen muss, weil ich keine Verwendung für sie habe.
Wem das bekannt vorkommt, aus meinem letzten Näh-Post Klavier-Rock - oder von den eigenen Näherfahrungen - dem sei gesagt, es handelt sich hierbei um ein häufig wiederkehrendes Element in meinen Näharbeiten.

Die Reaktionen meiner drei Personen Testgruppe waren im übrigen ziemlich homogen und nicht unbedingt so wie erwartet. Die Reaktionen meiner ...

Besseren Hälfte:   Schatz, … willst du mir damit etwas … etwas bestimmtes sagen?
Mutti:   Mäuschen, hast du mir etwas zu sagen?

Freundin:   Sag jetzt bitte nicht, was ich denke, dass du mir damit sagen willst!

Fazit: Ich liebe meine Testgruppe, aber ich nähe in Zukunft wohl erst mal keine Kinderbekleidung mehr.

Zurück zum Creadienstag,

Bis Bald!

Dienstag, 3. Mai 2016

Jayne's Hat

Ich bin leidenschaftlicher Film und TV Serien Junkie und ein Fan von ausgefallener Kleidung und historischen Kostümen. Und ab und an begegnet mir ein Kleidungsstück oder Accessoire dem ich nicht widerstehen kann. (Seltener auch mal ein Requisit.) Für gewöhnlich entsteht dann ein neuer Link-Ordner am PC, in dem ich Bilder, Konstruktionsanleitungen und -ideen, Materiallisten und so weiter sammle. So vermeide ich bewusst die Verlockung des Schwarzen Lochs für Zeit, das sich hinter dem Pseudonym Pinterest versteckt.



Ein Beispiel für diese zugegeben ziemlich Geek-ische Angewohnheit, will ich euch Heute zeigen.

Meinen Jayne Cobb Hat:




Was? Wer? Wieso? - lasst mich kurz erklären. Jayne Cobb ist ein Mitglied der Serenity-Besatzung. Serenity ist das Raumschiff in der Kult-Serie Firefly von Joss Whedon.



Das klärt keine eurer Fragen zufriedenstellend? Seit an dieser Stelle ausdrücklich gewarnt, wenn man sich unerwartet einem Browncoat (= Fan der Firefly Serie) gegenüber sieht, sollte man genau abwägen wie weit man sich auf Erklärungen zum Thema einlässt. Wenn man einmal durch den Hasenbau gepurzelt ist, könnte es einem wie Alice ergehen.

Aber mal im Ernst, wer sich für eine Western im Weltall Geschichte, mit tollen Charakteren und einer riesigen Fangemeinde interessiert, der ist herzlich eingeladen nach zu Fragen sei es bei mir oder bei Google.




Zurück zur Sache; Jayne bekommt in einer der Episoden ein Päckchen von seiner Mutter geschickt, in dem sich unter anderem diese Mütze befindet. Deren Stil entspricht so gar nicht dem harten und maskulinen Charakter Jayne, weshalb die aufrichtige Freud an dem Geschenk seiner Mutter und das Tragen der Mütze einen umso stärkeren Eindruck hinterlassen. Einen so großen Eindruck, dass dieses simple Kleidungsstück zu einen der meist reproduzierten Fanartikel wurde. Die Nachfrage nach einem Jayne's Hat war so groß, dass Fox (Produktionssender) nachträglich eine Art Geschmacksmuster hat eintragen und lizenzieren lassen. Was auch der Grund dafür ist, dass man am Ende dieses Posts einen kleinen englischsprachigen Disclaimer findet.


Da meine Strickkünste eher dürftig sind und ich nicht fanatisch genug bin um eine exakte Reproduktion der Mütze zu erstellen, habe ich mich damit begnügt eine ähnliche Mütze zu stricken. Wichtig waren mir die richtigen Farben, der Bommel und die Ohrenklappen, bei den Details wie Garnstärke oder genauer Maschenzahl oder exaktem Strickmuster habe ich mir großzügige Freiheiten erlaubt.

Mit dem Ergebnis bin ich in jedem Fall sehr glücklich.




Primär hängt die Mütze an meiner Garderobe, um mir ein Lächeln zu entlocken, wenn mein Blick darauf fällt. Aber sie ist auch schon zum Einsatz gekommen, beim letzten Schnee schaufeln hat sie ihre Funktionsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Ich kann zwar nicht sagen was meine Nachbarn von meinem modischen Mützchen halten, aber ich fand ich sah darin ziemlich gewieft (cunning) aus.





Verlinkt bei Creadienstag
und bei HäkelLine`s Gehackelters und Gestricktes

 

It's kind of sad that I feel the need to add the following disclaimer to this post, but to prevent any unnecessary speculations and accusations, here we go: I made this hat, inspired by the Jayne Cobbs Hat in the TV Show Firefly, myself and did not buy it from an unauthorized seller. I'm not intending to produce more or sell this hat to anyone. My only intend by creating this hat is to look cunning when wearing it while walking proudly down a street.


Dienstag, 26. April 2016

Klavier-Rock oder Piano-Pleats

Am letzten, verregneten Wochenende bin ich beim Entrümpeln der Lesezeichen meines Browsers auf ein Videotutorial gestoßen, das ich schon vollständig vergessen hatte. Und nach schneller Durchsicht der Stoffvorräte hab ich mich kurzerhand daran gemacht meine Garderobe um ein neues Kleidungsstück zu ergänzen.
Aber erst mal von Vorne. Das Video von dem ich spreche kann man sich hier ansehen. Darin näht die Youtuberin Annika Viktoria ein Kleid von Moschino nach. Ein simples schwarzes Kleid mit Kellerfaltenrock im Stiel einer Klaviertastatur.

Bildquelle:

Das Kleid und seine tausend abgekupferten Varianten sind genau die Art von verspielt und kindlich, für die ich schon mindestens 15 Jahre zu alt bin. Ein Kleidungsstück das im Katalog gut aussieht, witzig und kreativ daherkommt und durch die schwarz/weiß Optik mit allem kombinierbar ist, richtig? Falsch. Die Realität sieht so aus: es gibt keine Anlässe bei denen solch ein Kleidungsstück passend wäre, der Schnitt taugt nicht für meine Figur und in meinem Kleiderschrank befindet sich nicht ein Teil, das sich damit tragen ließe.
Hat mich das davon abgehalten drauf los zu nähen? Nein.

Allerdings hab ich das Projekt meinen Bedürfnissen entsprechend abgewandelt. Beispielsweise habe ich anstelle eines Kleides einen Rock geschneidert, kein Jersey verarbeitet sondern Reste aus der Stoffkiste zusammengesucht, ich habe die Kellerfalten länger gemacht und die schwarzen Tasten anders aufgesetzt. Dazu gleich mehr, jetzt aber erst einmal was dabei herausgekommen ist:


Im Prinzip hab ich nichts so gemacht, wie es in der Videoanleitung vorgeschlagen wird, deshalb beschreibe ich im Folgenden meine eigene Herangehensweise. Wer sich mit Faltenröcken auskennt kann den gesamten nächsten Abschnitt einfach überspringen.

Zunächst einmal hab ich mich auf die Suche nach einem Bleistiftrock-Schnittmuster gemacht und nach zwanzig Minuten frustriert beschlossen mein eigenes Schnittmuster zu konstruieren. Der erste Schritt, um aus einem simplen und schellen Nähprojekt eine Aufgabe fürs ganze Wochenende zu machen.
Um auch sicher zu sein, dass all meine Maße stimmen und der Rock am Ende nicht zu kurz wird, habe ich das Schnittmuster erst einmal zusammengeheftet und den Sitz der Abnäher korrigiert. Dann ging es an das Berechnen der Kellerfalten. Eigentlich keine Meisteraufgabe, wenn man weiß wo man anfangen muss. Zunächst hab ich mein Hüftmaß auf einen einfach zu teilende Länge aufgerundet, dieses Maß muss im Anschluss durch ein vielfaches von 7 geteilt werden. Die Zahl 7 entspricht der Anzahl der Tasten einer Sequenz auf der Klaviertastatur (nur die weißen Tasten, die schwarzen Halbtöne werden nachträglich aufgesetzt). Die Breite der einzelnen Falten ist also abhängig vom Hüftumfang, jedenfalls wenn man eine „nahtlose“ Tastenfolge erstellen will.
Damit der Eindruck einer realistischen Tastatur entsteht, kann man aus der ermittelten Faltenbreite eine in Relation stehende Tastenlänge, sowie die Dimensionen der schwarzen Halbtontasten errechnen. Oder man macht es sich einfacher und benutzt die Pi mal Daumen Methode. Das hat für mich ganz gut geklappt, nachdem ich meinen inneren Monk unter Kontrolle gebracht hatte. Die aufgerundete Hüftbreite x3 plus Nahtzugabe ergibt dann die Länge des weißen Klavierbands, das man dann in Falten legen, bügeln und steifen muss.


Die schwarzen Tasten hab ich mithilfe eines Pappstreifens zurecht gebügelt, dazu hab ich erst die unterer Kante, dann die Seitenkanten um den Pappstreifen gebügelt und mit Sprühstärke im Stoff fixiert. Anschließend hab ich die Streifen entsprechend der Tastensequenz auf den weißen Faltenstreifen aufgesteckt, mit der rechten Kante auf den äußeren Bruch der Falte, dann durch eine Stofflage festgenäht und die Falten am oberen Rand der Stoffbahn zusammengeheftet.


Zu dem Zeitpunkt hatte ich erst einmal genug von Nähmaschine und Bügelbrett. Außerdem hatte sich der Zimmerboden dank der großzügig zum Einsatz gekommenen Sprühstärke zu einer spiegelglatten Todesfalle entwickelt. Also hab ich erst mal den Putzeimer bemüht und mir ein paar Stunden Schlaf gegönnt bevor es weiterging.


Am zweiten Tag hab ich dann nur noch die Faltenbahn an das Rockteil genäht, ein Futter eingenäht (Welches aus unbekannten Gründen beim Einnähen geschrumpft ist, weshalb man die Steppnaht der Faltenbahn von innen sehen kann – was wiederum meinen inneren Monk zum schreien bringt.), den Reißverschluss eingesetzt und den Rock gesäumt.


Was man auf den Bildern in blauer Farbe erahnen kann sind, die Kreidemarkierungen die ich mir zur Orientierung eingezeichnet habe, durch die Sprühstärke hat sich die Farbe bis zum ersten Waschen gehalten.

Alles in Allem bin ich recht zufrieden mit meinem Klavier-Rock auch wenn der Detail-Fanatiker in mir immer noch was zu mäkeln hat. Das mit dem zu kurzem Futter macht mich ein bisschen wahnsinnig, auch wenn es keiner außer mir zu Gesicht bekommt.


Ich hab zwar keine Ahnung wann ich diesen Rock mal ausführe, aber für ein verstauben im Schrank ist er zu gut geworden.
Die offizielle Entschuldigung / Ausrede weshalb ich mich doch zu so einem exzentrische Kleidungsstück hab hinreisen lassen ist im Übrigen eine Kombination aus den Argumenten a) ich hatte den Stoff noch und zu nichts anderem hätte ich ihn so effektiv verarbeiten können und b) so konnte ich das Falten nähen noch einmal ausgiebig üben, bevor ich den teuren Wollstoff zu einem Kellerfaltenrock schneidere.


Durch diese Art von Argumenten erklären sich übrigens etwa 35 % all meiner selbstgenähten Kleidungsstücke. Und jetzt darf bitte Keiner der selber näht behaupten bei ihm/ihr sei das anders.
Hier noch ein Bild vom Rock in Aktion, kleiner Drehwurm gefällig:




Und jetzt entlasse ich euch wieder zum Creadienstag.
Danke fürs Vorbeischauen, bis bald
Sophie