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Dienstag, 26. Juli 2016

Kopfsache - Erste selbstgenähte Hüte und Mützen

(Wem es nur um die Mützen geht, der sollte die gesamte Einleitung überspringen.)

Alles fing an mit einer Amazon-Bestellung. Aber eigentlich muss ich noch ein bisschen weiter ausholen, denn die Geschichte beginnt doch eher damit, dass ich kein schnelles Internet besitze. Ich wohne am sprichwörtlichen A... der Welt, hier ist es schön, bitte versteht mich nicht falsch. Ich lebe gerne hier, wo es schöne Wälder, frische Luft, viel Platz und nette Nachbarn gibt. Aber das ganze hat auch seinen Preis, wir haben keine guten ÖPNV-Verbindungen, kein aufregendes Nachtleben und eben kein schnelles Internet. Was hat das mit Kopfbedeckungen, DIY und Amazon zu tun? Ohne schnelles Internet und bei nur sporadischer Nutzung von Amazon macht Prime einfach keinen Sinn, was bedeutet ich hab bei kleinen Bestellungen immer die Versandgebühr und einen langsameren Versand mit zu berechnen. So kommt es schon mal vor, dass ich nachdem ich alle Wunschartikel nach wenigen Minuten in den Warenkorb gepackt habe, noch eine halbe Stunde nach einem Artikel suche, durch den ich mir die Versandgebühr spare. So ein Artikel ist nicht immer leicht zu finden, den er muss ja von Amazon sein, ich muss ihn wirklich gebrauchen können und im Idealfall nicht mehr kosten als die Versandgebühr für die ich zu geizig bin. Klingt irre? Ist auch ein bisschen irre, aber bei solchen Dingen bin ich eigen. Und durch ein solches Versandgebühren-Dilema bin ich in den Besitz des Buchs
Chapeau – 25 Nähprojekte für Hüte, Mützen, Kopfschmuck und mehr (Edition, Michael Fischer)
gekommen. Und heute will ich euch meine ersten Versuche als Hutmacher zeigen.


Meine feste Absicht ist etwa die Hälfte der Kopfbedeckungen aus dem Buch nach zu nähen. Damit dieser Vorsatz nicht all zu fordernd ist, habe ich mir dafür aber kein Zeitlimit gesetzt. Um die Motivation zu Beginn möglichst lange zu erhalten, habe ich mir zunächst eine Mütze für Kinder ausgesucht, die nur aus drei Schnittteilen besteht, die Schiebermütze.



Obwohl das Buch eine farbenfrohe und verspiele Variante zeigt, habe ich mich schnell dazu entschieden einen kleinen Rest Kordstoff in Asche-Grau zu verarbeiten. Das passende Futter war auch schnell gefunden, ein Rest aus recyceltem Hemdstoff, ein karierter Flanell-Stoff.



Die Mütze sollte möglichst weich und angenehm tragbar werden, deshalb habe ich nur ganz leichte Einlage auf dem Futterstoff zum Aussteifen aufgebügelt und auch der Schirm hat keine feste Einlage sondern ist nur mit Vlieseline verstärkt.

Bevor ich den Stoff zuschneiden konnte musste zuerst das Schnittmuster kopiert und vergrößert werden. Da ich nicht für jedes neue Mützen-/Hutprojekt Schere und Kleber rausholen mag, hab ich einen ganzen Abend lang die vergrößerten Kopien aller Schnittmuster zusammengestückelt, auf Karton zu kleben und anschließend aus zu schneiden. Leider hat sich dabei noch eine weitere Schwachstelle des Schnittmusterbogens neben der umständlichen Skalierung aufgetan, die Bezeichnungen einiger Schnittmuster sind zum Verwechseln ähnlich und teilweise nicht übereinstimmend mit den im Buch verwendeten Projektbezeichnungen, was zu einigem Kopfzerbrechen und Raten geführt hat.
Erst am Tag darauf ging es an den Zuschnitt für die Schiebermütze.



Die Projektanleitung im Buch beinhaltet Mengenangaben und Empfehlungen zu Stoff und Einlagen, sind teilweise mit Skizzen zu einzelnen Arbeitsschritten bebildert und stellen in einem kurzen Abschnitt den Urheber/ Autor des Schnittmusters vor. Da jedes Schnittmuster von einem anderen Urheber stammt, variiert die Qualität der Anleitung von Projekt zu Projekt. Mache Erläuterung ist nicht detailliert genug, es fehlt ein Glossar oder ein konsequente Begriffsverwendung, außerdem gibt es Schnittmuster mit und ohne Nahtzugaben, diese und andere Kleinigkeiten sind in meinen Augen bedauerlich. Es wird einem Anfänger unnötig schwer gemacht, das Gelernte eines Projekts auf ein zweites zu übertragen. Aber nun ist auch genug gemeckert, zurück zur Schiebermütze.

Abnäher steppen, dann die Schnitteile zusammenstecken, festnähen und von links auf rechts wenden, fast ist die Mütze schon fertig.




Die Wendeöffnung habe ich mit ein paar verdeckten Handstichen geschlossen und schon war sie fertig die kleine Schiebermütze.





Wer schon mal mit Cordstoff gearbeitet hat, kann sich vielleicht auch noch erinnern, was für eine Schweinerei das bedeuten kann: Stoffflusen/ Stofffädchen überall. Nachdem ich mich, den Arbeitsplatz und die Nähmaschine sauber hatte, entdeckte ich noch ein paar Fädchen auf der neuen Mütze, also fix die Fusselrolle her und dann ist es passiert. Die Naht riss aus.




Ich war am Boden zerstört. Es sind sogar ein paar Tränen der Verzweiflung gefallen, was möglicherweise am zuvor konsumierten Sieger-Rotwein lag. Rotwein macht mich immer ein bisschen dramatisch. Ein zweites Glas hat mich dann vollständig betrunken gemacht und mich in einen seligen Tiefschlaf versetzt.

Nach einem langen Tag des Bedauerns war klar, dieser Versuch zählt nicht und es muss eine neue erste Schiebermütze genäht werden.

Dieses Mal hab ich mit für andere Materialien entschieden, recycelten Jeansstoff und einen bedruckten Baumwollstoff als Futter. Den Schirm habe ich aus einer Laune heraus mit Jeans-Garn abgesteppt, man kann es aber nur bei ganz genauer Betrachtung erkennen.





Diese Mütze ließ sich noch schneller als ihr Vorgänger zusammensetzen, obwohl ich hier jede Naht (!) doppelt gesteppt und die Nahtzugaben vorsichtiger zurückgeschnitten habe.

Um ehrlich zu sein, gefällt mir die Stoffwahl der ersten Mütze immer noch besser, aber am Ende bin ich mit der zweiten Variante doch sehr zufrieden. Jetzt brauche ich nur noch jemanden der die Mütze auch tragen kann.




Trotzt des holprigen Starts und der erwähnten Schwierigkeiten mit dem Projektaufbau im Buch, freue ich mich auf die nächsten Kopfbedeckungen.

Dieser Post ist verlinkt beim Creadienstag.

Bis bald, Gruß
Sophie


Dienstag, 19. Juli 2016

Experimente: Kuchen-/Hut-Tasche

Im Moment versuche ich mich daran das passende Schnittmuster für eine Kuchentasche zu nähen. Eine Bekannte hat mich neulich angesprochen und gefragt, ob ich eine Tart-Tasche für sie nähen könnte. Nachdem ich das große Fragezeichen über meinem Kopf dank kurzer Erläuterung und anschließender Internetsuche los war, stand schnell fest. Es gibt mehr als nur einen Weg eine Katze zu häuten eine Kuchentasche zu nähen. Die Idee einer Tragetasche für Kuchen, Torten, Tarts, Aufläufe oder andere vergleichbare Lebensmittel ist nicht unbedingt neu ein der DIY-Welt und für unterschiedliche Anforderungen gibt es eben eine Menge Lösungen. Welche ist bezogen auf meine Anforderungen die Beste? Der sicherste Weg es heraus zu finden, ein paar der Modelle unter die Lupe nehmen und Probearbeiten nähen.

Da ich von meiner Bekannten nach einer Tart-Tasche gefragt wurde, war diese Kuchentasche mein Ausgangspunkt. Also schnell Googel gefragt, Bilder studiert, Anleitungen gesucht und Material besorgt.
Nach nicht mal zwei Stunden hatte ich eine genau nach Anleitung gefertigte Tarttasche in den Händen. Leider kann ich euch keine Bilder davon zeigen, denn das entstandene Desaster wurde quasi unmittelbar nach Fertigstellung wieder aufgetrennt. Vielleicht war meine Stoffwahl nicht ideal für das Projekt oder ich habe etwas beim Umsetzen der Anleitung fundamental falsch verstanden, sicher ist aber Schnittmuster und Anleitung haben in meinem Fall schlicht nicht funktioniert und das Probetäschchen hat es nicht mal zu einer Testbefüllung geschafft.

Ich brauchte dringend einen neuen Ansatz, ein neues Modell und eine bessere Stoffwahl. Also noch mal ran an den PC, Google fragen, Bilder unter die Lupe nehmen und nach Anleitungen suchen. Mein Auge fiel auf eine runde Kuchentasche, die als Tragetasche für geschlossene Tortenbehälter konzipiert waren. Nicht genau das was ich mir vorgestellt hatte, aber ausbaufähig. Kurze Zeit später entdeckte ich dann eine ähnliche Version mit, die sich durch ein Zugbandverschluss über dem Tortenbehälter verschließen ließ, leider ohne Anleitung oder auch nur Größenangaben. Nun gut, musste ich mir eben meine eigenen Größen erarbeiten und eine Idee einfallen lassen, wie ich die runde Außenwand der Tasche versteifen könnte.

Erst spielte ich mit dem Gedanken ein kleineres Probemodell zu nähen, aber dann kam alles anders. Ich bin ein großer Hut-Fan, ich trage sie zu selten und habe zu viele, weshalb ich ein Paar von ihnen in einfache Plastiktüten verpackt auf dem Schrank im Nähzimmer verwahre. Mein Blick schweift in Gedanken um Taschendimensionen und Probenäharbeiten versunken durch den Raum und beim Anblick der Hüte macht es Klick. Eine Hutschachtel ist nicht selten rund und wenn die Tasche doch nicht stabil genug wird, fällt ein misslungenes Nähprojekt versteckt auf dem Schrank nicht weiter auf.

Den Entschluss gefasst ging es nun wieder an die Arbeit. Bilder vom Entstehungsprozess hab ich auch dieses Mal keine geschossen, aber ich kann euch ein Ergebnis präsentieren.




Verarbeitet habe ich die Sibori-Ditteaus meinem letzten Ablenkungs-Blogpost. Zur Versteifung hab ich im Boden und der Außenwand der Tasche habe ich Bodenwischtücher verwendet, das Futter und auch das Zugband des Verschlusses sind ebenfalls aus der Ditte, so das am Ende nichts mehr von dem Stück Stoff übrig war. Auf Trageschlaufen/-bänder habe ich nicht nur aus Stoffknappheit verzichtet, sondern auch weil diese Hutschachteln nicht als Reisegepäck funktionieren, sondern nur als Staubschutz fungieren, sollen. Was zweifellos funktionieren könnte, hätte ich nicht ein paar Zentimeter zu wenig Stoff gehabt. Der Zugverschluss lässt sich nicht vollständig schließen, was ein bisschen ärgerlich ist.



Die Tasche ist in jedem Fall standfest genug um sich selbst aufrecht zu halten, aber nicht stabil genug um einen Kuchen oder ähnlich schweres darin zu transportieren. An ein Stapeln dieser Taschen ist leider auch nicht zu denken, aber diese Version ist zumindest hoch genug um zwei ineinander gestapelte Hüte zu fassen. (In noch ferner Zukunft plane ich also schon weitere Huttaschen, um auch die anderen Hüte aus ihren Plastiktüten zu befreien.)


Ich konnte also auch bei Versuch Nummer Zwei ein bisschen was lernen, bin meinem Ziel, einer funktionsfähigen Kuchentasche, aber nicht wesentlich näher gekommen. Aber keine Sorge, zwei weitere Varianten habe sind noch zu recherchieren und nähen. Davon berichte ich aber zu anderer Gelegenheit. Bis Dahin.

Jetzt aber erst mal zurück zum Creadienstag.

Gruß
Sophie

Donnerstag, 14. Juli 2016

Ablenkungsmanöver

Ein Blogeintrag fast ohne Bilder, dafür mit einer extra Portion Text.

Wie so oft in letzter Zeit fällt es mir schwer mich an die Nähmaschine zu setzen. Trotz des erfolgreichen SewAlongs bin ich nicht in anhaltende Nähstimmung gekommen.
Am Wetter liegt es auch nicht, das ist geradezu Ideal um die Fensterläden zu schließen und sich im Nähzimmer zu verstecken. Aber es kostet mich im Augenblick ungewöhnlich viel Überwindung die erste Naht in Angriff zu nehmen. Und auch wenn diese Hürde genommen ist, schaffe ich es nicht produktiv zu sein. Kleine Projekte dauern ewig und jeder Einsatz des Nahtauftrenners drückt die Stimmung.

Daher suche ich immer nach anderen Aufgaben, um wenigstens etwas produktiv zu sein. So hat mein Garten in den letzten Tagen viel Aufmerksamkeit geschenkt bekommen und die Strickstöcke sind noch mal zum Einsatz gekommen.
Als ich aber gestern wieder an der Nähmaschine vorbei lief bekam ich ein so schlechtes Gewisse, dass ich mir den Kopf zerbrach welche näh-verwandte Aufgabe ich vielleicht noch erledigen könnte, um mich einerseits vor dem tatsächlichen Nähen zu drücken und andererseits aber mein schlechtes Gewissen zu beruhigen.

Nach ein bisschen Überlegen hab ich die Stoffkiste heraus gekramt und mich mit meinen Problemstoffen beschäftigt. Problemstoffe sind ganz unterschiedliche Stoffe,vor deren Weiterverarbeitung ich aus dem einen oder anderen Grund zurückschrecke oder die in ihrem aktuellen Zustand nicht verarbeitet werden sollen.
Entschieden habe ich mich dann dazu, einen unschönen Mischgewebestoff einzufärben. Das aufgedruckte Muster hatte mir im Laden zwar zunächst gut gefallen, aber die Hintergrundfarbe des Stoffes, ein angegraut wirkendes Weiß, mit beigefarbenen Sprenkeln, war mir beim Kauf unter künstlicher Beleuchtung gar nicht aufgefallen. Zuhause wurde der Stoff aus diesem Grund erst einmal zu den Problemstoffen gelegt und dann lange Zeit vergessen.

Nachdem ich beschlossen hatte den Stoff in einem dunklen Marineblau zu färben, weil die Kunstfasern im Stoff ja weniger oder gar keine Farbe aufnehmen und ich mir einen mittleren Blauton zum dunkelblauen Musterdruck gut vorstellen konnte, sollte es zügig weitergehen.
Beim Stoff auswiegen stellte ich dann fest, ich könnte problemlos noch einen kleineren Stoffrest mit dazu geben und so eine neue Batik-Technik ausprobieren.
Also ging es zunächst einmal darum den passenden Stoffrest zu finden, weshalb ich wieder das Stofflager aufsuchte und eine gute halbe Stunde damit vertrödelte nach einem geeigneten Stoffrest zu suchen, nur um am Ende doch die weiße Ditte von Ikea zu nehmen.

Dann musste ich noch entscheiden ob Shibori-Methode und klassisches Batiken und die Materialien dafür zusammentragen. Die Ditte musste noch mal gebügelt und dann gefaltet werden. Erst bügelte ich einen Ziehharmonika-Streifen, den ich von einer der schmalen Seiten aus treppenartig zu einer Dreiecksform aufwickelte. Zusammengepresst hab ich den Stoff dann mit zwei Hölzern, die parallel zur langen Dreiecksseite mit zwei Kabelbildern verbunden wurden. So entsteht nachher, wenn alles gut geht, ein Rautenmuster im Stoff.

Weil ich dem Färben in der Waschmaschine nicht traue, hab ich wie sonst auch mit Farbbad im Eimer gearbeitet. Handschuhe nicht vergessen und lieber alte Kleidung anziehen, weil irgendwie doch immer etwas tropft oder spritzt.
Warmes Wasser zum Färben und jede Menge kaltes Wasser zum ausspülen sind unabdingbar. Verwendet habe ich übrigens Simplicol Farbpulver, aber zum Fixieren reicht in meinen Augen ganz normales Tafelsalz, das nur einen Bruchteil von dem Preis der für Fixiersalze verlangt wird kostet.
Eingeweicht hab ich beide Stoffe für etwa 45 Minuten in klarem Wasser, damit später die Farbe gleichmäßig in den schon nassen Stoff zieht und das Farbergebnis möglichst homogen ist. Im Farbbad selbst hab ich das Ditte-Stoffpäckchen mehrfach und den losen Mischgewebestoff häufig gewendet und aufgezogen.
Weil ich nicht sicher war, ob und wie gut die Kunstfaser die Farbe aufnimmt, habe ich den Stoff für circa 45 Minuten im Farbbad gelassen (manchmal blutet die Farbe beim Auswaschen nahezu komplett wieder aus dem Gewebe) und ihn anschließen unter fließendem kalten Wasser ausgespült. Als das Wasser wieder klar aus dem Stoff lief, hab ich ihn in das Fixierbad gegeben, das aus ein paar Litern Wasser und einem guten Pfund Tafelsalz bestand. Die Stoffe dann wieder ordentlich einweichen und auswringen.
Schließlich noch den Stoffe zum Trocknen aufhängen, möglichst in einer Lage, also nicht übereinander gefaltet. Zwar kann man zu diesem Zeitpunkt schon gut erkennen ob das Färben ein Erfolg gewesen ist, aber das tatsächliche Farbergebnis sieht man erst, wenn der Stoff vollständig getrocknet ist.

Um der Ungeduld entgegen zu wirken, tat ich etwas Sinnvolles und machte mich daran das Arbeitsgerät, hauptsächlich die Eimer und meine Handschuhe zu säubern. Ich benutze dazu noch mehr Wasser, einen Lappen, den man später entsorgen kann und Essig.

Hier die Resultate meiner mehr oder weniger spontanen Färbe-Aktion:


Zufrieden bin ich auf jeden Fall mit dem Testergebnis der Shibori-Faltmethode. Auch wenn ich für die Ditte noch keinen Verwendungszweck in Sinn habe.


Und auch der Mischgewebestoff sieht super aus, ein schön gleichmäßiger Farbverlauf und das gedruckte dunkelblaue Muster kommt immer noch toll zur Geltung. Zwar im Ganzen ein bisschen dunkler als ich mir vorgestellt hatte, aber die komischen beigefarbenen Tupfen kann man nur noch erahnen. Also auch hier ein Erfolg.
Aus dem Problemstoff wurde ein Kandidat fürs nächste Nähprojekt.


Wenn ich die Stoffe zukünftig wäscht, dann für ein paar Wäschen separat als Handwäsche und danach bei maximal 40°C in der Maschine mit der normalen Buntwäsche. Angeblich ist es besser wenn man selbst gefärbte Stoffe ohne Weichspüler wäscht, dazu kann ich aber nichts sagen, da ich selten Weichspüler verwende und meine gefärbten Stoffe in der Regel im Handwäschestapel landen. Beim ersten Bügeln muss man auch ein Auge auf den Stoff haben, weil in seltenen Fällen durch den heißen Bügeldampf noch mal Farbe aus dem Gewebe herausgedrückt wird. Wer so etwas nicht als Gelegenheit sehen will, einen neuen Bügelbrettbezug zu kaufen, der kann natürlich Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Ein Bogen altes (nicht druckfrisch) Zeitungspapier zwischen Stoff und Bügelbrett ist völlig ausreichend.

Da kommt mir gleich eine Idee, vielleicht mache ich ,nach ein paar Waschgängen, aus dem Shibori-Tuch einfach einen neuen Bügelbrettbezug. Mal sehen, falls ja melde ich mich mit einem Update und Bildern wieder.

Für jetzt hab ich erst einmal genug getextet. Bis bald
Gruß
Sophie

Dienstag, 28. Juni 2016

Holunderblüten-Sirup

Nachdem ich in den letzten Wochen immer wieder beim Creadienstag Beiträge gesehen habe, die sich mit der Holunderblütenernte und ihrer Weiterverarbeitung beschäftigt haben, war es nun endlich auch bei uns so weit. In meiner Ecke der Welt, brauch die Blüte- und Reifezeit immer ein wenig länger als andernorts. Aber gestern kam ich glücklich zu dem Schluss, dass nun die Dolden weit genug aufgegangen waren und der kräftige Duft es Holunderstrauchs bestätigtet, es war endlich Zeit zu ernten.

Im vergangenen Herbst haben wir einige Umstrukturierungsmaßnahmen im Garten vorgenommen und deshalb nur noch einen Holunderstrauch. Weil ich im Spätsommer vor habe auch noch Holunder-Gelee einzukochen musste ich mich mit der Dolden-Ernte ein bisschen zurückhalten.

Holunderblütentee habe ich noch in meinem Vorratsschrank, also war klar, dieses Jahr wird nur Sirup hergestellt.



Das Ergebnis sieht man hier:





Die dekorierten Flaschen sind die Geschenkeversion. Meine Vorräte verwahre ich in dunkelgrünen, schmucklosen Wasserflaschen. Der Vorratsschrank ist zwar dunkel und der Sirup damit nicht direktem Licht ausgesetzt, aber ich gehe lieber auf Nummer sicher wenn ich weiß, dass bestimmte Selbstabfüllungen (auch angesetzter Likör oder eingelegte Früchte) länger im Vorrat bleiben oder überwintern sollen.






Eigentlich hatte ich noch mehr Flaschen zu zeigen, aber meine Mutter hat schon ein Paar von ihnen in ihren Bestand aufgenommen, bevor ich die Bilder knipsen konnte und außerdem ist mir ein kleines Missgeschick passiert...






Nur gut, dass mir die Flasche über dem Spülbecken aus der Hand rutschte und praktischerweise in einer Pfütze Spülwasser zerplatzte. So ging der Sirup-Regen in einem überschaubaren Radius über mich und die Küche nieder.

Ich hatte wirklich Glück im Unglück, denn der Boden der Flasche ist sauber ausgebrochen und nicht die ganze Flasche in tausend Teile zersprungen. Aber die Erleichterung darüber ist unter dem entstandenen Chaos zuerst in den Hintergrund geraten. Als ich wie ein Bierkutscher fluchend mit aufräumen beschäftigt war, kam der Mann des Hauses rein um zu überprüfen ob es einen „Personenschaden“ gegeben hatte. Sagen wie einfach, ich hab nicht besonders gelassen auf seine Nachfrage reagiert, was zu einer …. Diskussion über die Perspektiven zur Situation und Differenzen in der Bewertung des entstandenen Schadens führte. Am Ende beruhigte ich mich, wurde einsichtig, entschuldigte den Ausbruch von Frustration und ging mit dem Wunsch nach Vergessens ins Bett.


Heute Morgen fand ich dann einen Fünfer an den Einkaufszettel gepinnt, der ergänzt worden war durch die Einträge „Holunderblütensirup und Heftpflaster“.

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Bis Bald! Gruß
Sophie

Sonntag, 26. Juni 2016

Moral-Aufbau-Projekt: Zweiter Rock zum SewAlong

Ich brauchte eine Ablenkung von meinem Problem mit dem Teller-Rock und beschloss kurzfristig, den schon am ersten SewAlong-Treffen vorgestellten Alternativ-Stoff zu einem schlichten Wickelrock zu vernähen.



Ein Rock, der keinen Schnitt erfordert, bei dem man nicht zwingend genau Arbeiten muss, etwas das praktisch nur aus wenigen geraden Nähten schnell und einfach zusammengenäht ist. Ein Projekt, bei dem also nichts schief gehen kann.



Natürlich hab ich es mir auch dieses Mal nicht ganz so einfach gemacht, zwei Rechtecke aneinander zu nähen, aber ich hab keinerlei Schwierigkeiten eingebaut, von denen ich nicht hundertprozentig sicher war, sie bewältigen zu können.



Vor ein paar Wochen hatte ich ja noch mit dem Gedanken gespielt um die Fehldruckstellen im Stoff herum zu arbeiten. Aber all diese Überlegungen hatten sich verworfen, als feststand es sollte ein Wickelrock entstehen.



Um das Rockteil, ein großes rechteckiges Stoffstück, etwas interessanter zu machen, habe ich die unteren Saumkanten abgerundet und dann die Seiten- und Saumnaht mit dem Rollsaum-Füßchen der Nähmaschine versäubert. Um dem Rock ein bisschen Volumen zu geben, habe ich bevor das Bindeband an die Rockbahn genäht wurde, links und rechts der Rockmitte ein paar Falten eingelegt, so dass der Rock im gewickelten Zustand über Hüfte und Po ein bisschen schöner fällt und nach unten schwingt.





Da ich genügend Stoff zur Verfügung hatte, ist der Rock Knöchellang geworden und kann auch als Wickelkleid getragen werden. Weil die Stoffbahn gute 20 cm überlappt besthet auch die Mögichkeit den Wickelrock verkehrt herum zu binden, so dass der Schlitz über das Gesäß fällt. Solange ich nicht mit Windböhen kämpfen muss, blitzt nichts hervor, einzig beim Treppensteigen fällt der Rock bis aus Kniehöhe auf.




Es ist noch etwas vom Stoff übrig geblieben, vielleicht kann ich daraus zu einem späteren Zeitpunkt noch ein oder zwei Accessoires zum Rock nähen kann. Ein Kopftuch, einen gesmoktes Oberteil oder etwas ähnlich Sommerliches.




Von der Idee bis zum fertigen Wickelrock habe ich vielleicht ein knappe Stunde gebraucht, inklusive aller Bügelarbeiten und dem ausrechnen der Faltentiefe (ja, so ganz kann ich es nicht sein lassen). Ein wirklich einfaches und erfolgreiches kleines Nähprojekt.




Es hat so viel Spaß gemacht das ich nicht nur wieder der mit frischem Elan und neuer Angriffslust an die Umarbeitung des Teller-Rock herangehen konnte, sondern auch dazu geführt, dass ich mich in naher Zukunft noch mal intensiver mit dem Thema Wickelrock / Sarong / Pareo auseinandersetzen will.




Zurück zum Teil 1 meinesSommer-Rock-Sew-Along Finale geht es hier.

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Gruß, Sophie

Let's Rock - Sommer-Rock-Sew-Along Teil 4

Finaltag, beim SewAlong von Meike und Lucy vom MeMadeMittwoch-Team. Vier Wochen für den perfekten Sommerrock sind so schnell vorbei gegangen und nun ist der Tag gekommen an dem sich zeigen wird ob meine erste Teilnahme an einem SewAlong als erfolgreich oder als misslungen bewertet werden kann.

Aber bevor ich zum Ergebnis komme, lasst mich noch schnell ein dickes DANKESCHÖN an alle sagen, die in den letzten Wochen so zahlreich mitgelesen und kommentiert haben. Vielen Dank für eure Unterstützung in Klicks und Worten und besonders auch Danke für eure viele inspirierende Beiträge zum SewAlong.
 



Nun aber ans Eingemachte, in der vergangenen Woche habe ich euch ja stolz meine Bogenkante mit Paspel zeigen können, bin aber die Detailbilder von Verschluss und Bund schuldig geblieben. Deshalb hier die Aufnahmen.






Der rote Reißverschluss ist hinter der Bogenkante versteckt und endet vor dem Bund, welcher über der Reißverschlussnaht einfach überlappt und mit rückseitigen Hacken und Ösenverschluss zusammengehalten wird. Schön sind Hacken und Öse nicht befestigt, dafür aber nach dem zweiten Versuch sicher verankert.

Den Bund habe ich übrigens zuerst rechts auf rechts von außen festgenäht, dann nach innen gewendet und zuerst mit der Hand angenäht, erst später kam mir die Idee den Bund mit einer nochmals, von außen und oberhalb der Ansatznahnt, mit einer Ziernaht ab zu steppen.

Die Innenseite des Bunds ist im Übrigen wieder aus weißer Ditte gemacht, da ich nicht genügend Reststoff mit Schiffchen-Motiv zur Verfügung hatte.






Die Kompromissknöpfe sind zum Teil nur auf die Blende genäht, die unteren Knöpfe sind zusätzlich auch durch den eigentlichen Rockteil verankert. So dass die Blende stabilisiert wird und nicht unkontrolliert aufklappen kann.

An der Übergangstelle zwischen Bogenkante und Saum gibt es wegen der vielen Stoffschichten einen kleinen Versatz des Paspelbands, der aber zum Glück beim Tragen des Rocks kaum auffällt.



Nachdem der Rock dann also „endlich“ fertig war, wollte ich schnell ein paar Aufnahmen für den Blogpost machen, bevor die Sonne sich wieder hinter den Wolken verstecken und damit meine einzige gute Beleuchtungsquelle verschwinden würde. Beim Umziehen ist mir dann die kleine Katastrophe aufgefallen. Aber erst mal ein Paar der Bilder:





Und jetzt die Gegenüberstellung:





Hat schon jemand gesehen wo der Unterschied ist. Nicht nur das Licht isst bei der zweiten Aufnahme deutlich besser, der Roch sitzt auf einmal auch da wo er eigentlich hin soll, auf Taillenhöhe.





Was hab ich falsch gemacht? Ich hab doch extra den Futterrock probehalber angezogen, wo kommen die Überflüssigen Zentimeter in der Taillenweite her? Meine Berechnungen hatte ich doch zwei mal überprüft und um ungewolltes Dehnen der Rockkante zu verhindern hatte ich bei beiden Stoffen eine Heftnaht gesetzt, warum passte der Rock trotzdem nicht wie vorgesehen?



Später ging ich all meine Arbeitsschritte noch einmal im Kopf durch, ich wollte einfach wissen, wo ich einen Fehler gemacht hatte. Meine Berechnungen stimmten immer noch, mein Schnittmuster war entsprechend gezeichnet, meine Nahtzugaben waren in Ordnung und dann traf es mich wie ein Blitz. Ich hatte die Knopflochbende nicht separat zugeschnitten sondern ans Schnittteil angesetzt. Da ich zuerst vorgehabt hatte den Reißverschluss in eine andere Naht zu verlegen, mich dann aber umentschieden hatte, weil die Blende eine Funktion haben sollte. Auf halber Strecke habe ich dan die zusätzliche Weite der Rockbahnen schlicht vergessen. Sagen wir es gemeinsam: ANFÄNGERFEHLER Memo an Mich: Design-Ideen erst zu ende denken, dann konsequent umsetzen und nicht mittendrin vom Plan abweichen.



Die wahrscheinlich wichtigste Frage „Wie bekomme ich dieses Problem jetzt noch gelöst?“ stand immer noch im Raum. Außerdem hoffte ich auf eine möglich schmerzfreie und schnelle Lösung, vielleicht mit einem Zaubertrick?



Der erste Lösungsansatz, Fehler verstecken und vertuschen. Das ging am Schnellsten indem ich mir ein dunkles T-Shirt schnappte, es über den Rockbund Fallen lies und einfach ein bisschen weiter vor der Kamera posierte und meine Stimmung durch drehen und wirbeln des Rocks wieder anhob.






So sollte der Rock aber nicht bleiben. Zwar kann ich ihn tragen und in aller Regel trage ich meine Tops und Oberteile über Röcken und Hosen – das ist so ein Generationen-Ding glaube ich – aber damit war ich einfach nicht zufrieden.

Nach ein bisschen Überlegen stand fest, ich würde einen neuen Bund nähen und den Rock in der Taillenweite einhalten/ reduzieren müssen. Um das gewünschte Ergebnis vorab zu visualisieren habe ich mir einfach den roten Stoffrest vom Paspelband geschnappt und mit Klammern und Nadeln den Rock in der Taille festgesteckt. Das sah dann so aus:






Ich hatte nun zwar einen Plan, aber nicht mehr den rechten Antrieb ihn gleich um zu setzten. Dafür war der Ärger über die eigene Schusseligkeit und die unnötige Mehrarbeit, die dadurch entstanden war, noch zu groß.

Um mich ein bisschen aufzubauen fasste ich den Entschluss, erst einmal etwas anderes zu machen und mich am nächsten Tag wieder mit dem Teller-Rock zu beschäftigen.



Und so ist es dazu gekommen, dass ich euch heute einen zweiten Rock präsentieren kann.

Weil dieser Blogpost aber jetzt schon epische Ausmaße angenommen hat, verlinke ich euch an dieser Stelle einfach zum zweiten Teilmeines SewAlong-Finales. Dort kann man alles über das Moral-Aufbau-Projekt: zweiter Rock lesen.



Nachdem mein Aufbau-Projekt genäht war, kam auch die Motivation zurück, den Teller-Rock in Angriff zu nehmen.

Als Erstes hab ich den Bund abgetrennt und dann wieder eine Heftnaht in die Taille gesetzt. Als Nächstes habe ich überlegt wie ich am Besten die Mehrweite reduziere, das einfache Einreihen hat mir optisch nicht zugesagt, also habe ich im Bereich des Rückens ein paar Falten eingelegt und geheftet. Mein Hohlkreuz sorgt zwar dafür dass die Rückseite des Rocks Ähnlichkeit mit einem Entenschwänzchen bekommt, aber wenn ich ein Oberteil über dem Rockbund trage, dann sollte die Notlösung nicht mehr auffallen.





Dann ging es daran, den Bund wieder an den Rock zu nähen, die Ziernaht habe ich mir dieses Mal gespart (vielleicht hole ich das aber noch nach). Beim Befestigen von Hacken und Öse hab ich dann ein bisschen ungenau gearbeitet, was man auf den Bildern unten erkennen kann. Aber ich wollte einfach endlich fertig werden. Bei Gelegenheit wird der Hacken an die richtige Stelle versetzt und dann sollte man auch keinen Übergang der Bund-Enden erkennen können.





Leider war die Sonne zum Zeitpunkt der Foto noaufnahmen schon längst verschwunden und hat sich seither nicht wieder blicken lassen (Bodennebel wie in London und dahinter grauer Himmel) und, deshalb sind alle meine Final-Aufnahmen bei künstlichem Licht gemacht. Und die Tatsache, dass ich es nicht mehr geschafft habe den Rock noch mal zu Bügeln, sollte Indiz genug sein um darauf schließen zu können wie sehr ich einfach fertig werden wollte um endlich in mein Bett zu fallen.
Sollte sich der Sommer noch mal in meine Ecke der Welt verirren, dann reiche ich bessere Tragebilder nach und verlinke sie hier.




Aber, ich habe es geschafft und in meinen Augen kann ich als Ergebnis festhalten: erfolgreich.

Denn ich hab es nicht nur geschafft an allen Treffen zu bloggen, sondern habe immer etwas Neues zeigen können und am heutigen Finaltag kann ich sogar zwei fertige Röcke präsentieren.

Ich bin ein bisschen stolz auf mich.



Hier noch mal zum Vergleich, das Inspiration-Bild und mein fertiger Rock:


 
Quelle:  http://www.modcloth.com/shop/skirts/jitterbug-reiteration-skirt-in-navy



Mein Fazit zum Sommer-Rock-Sew-Along ist durchweg positiv, ich bin froh daran teilgenommen zu haben. So viel Inspiration, so liebe Tipps und Kommentare und das tolle Erfolgsgefühl es geschafft zu haben, das Alles hätte ich nicht erahnen können. Natürlich gab es nicht nur Hochgefühle beim Entstehungsprozess und an einer Stelle sah es so aus als ob ich das Handtuch werfen würde, aber die Tatsache das ich da nicht allein durch musste und das ich mit allen Teilnehmern ein Ziel verfolgte habe, hat mir geholfen durch zu halten.

Außerdem hab ich eine Menge neue Dinge gelernt, nicht nur bei meinen Nähversuchen, sondern auch durch das Mitlesen bei euch Anderen. Auch übers Bloggen habe ich neue Erkenntnisse gewonnen. Beispielsweise mein mangelhaftes Organisationsvermögen im Bezug auf Prozess- und Tragebilder oder die Tatsache, dass ich mich nicht kurz fassen kann. (Glückwunsch an Alle, die bis hier hin durchgehalten und mitgelesen haben.)



So und nun gehe ich schauen, was all die anderen SewAlong-Teilnehmer so schönes präsentieren und hole mir Anregungen für mein nächstes Nähprojekt.



Gruß

Sophie